Jury
Die Jury des Werner Holzer Preises besteht aus mindestens vier Mitgliedern.
Zwei Mitglieder gehören dem Vorstand des Werner Holzer Instituts an. Mindestens zwei weitere Mitglieder sind herausragende aktive Persönlichkeiten des Auslandsjournalismus. Der Vorstand bestimmt die Leitung der Jury.
Die Zusammensetzung der Jury folgt dem Anspruch des Preises: ausgezeichnet werden soll nur, wer Maßstäbe setzt. Entsprechend müssen auch die Jurymitglieder selbst für eine Form des Journalismus stehen, die durch Unabhängigkeit, internationale Erfahrung und intellektuelle Redlichkeit geprägt ist.
Die Berufung in die Jury erfolgt aufgrund journalistischer Urteilskraft und nachgewiesener Erfahrung in der Bewertung publizistischer Qualität im Auslandsjournalismus. Sie ist auf drei Jahre begrenzt, kann aber mit Billigung des Vorstands des Werner Holzer Instituts verlängert werden.
Mitglieder der Jury sollen insbesondere folgende Voraussetzungen erfüllen:
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Mitglieder der Jury verfügen über substanzielle Erfahrung im Umgang mit internationaler Berichterstattung.
Entscheidend ist die nachweisbare Fähigkeit, Qualität im Auslandsjournalismus über längere Zeiträume hinweg beurteilen zu können.
Vorausgesetzt wird ein Verständnis für die Bedingungen internationaler Recherche, für geopolitische und historische Zusammenhänge sowie für die Anforderungen unabhängiger Berichterstattung.
Mitglieder der Jury müssen in der Lage sein, journalistische Qualität unabhängig von öffentlicher Resonanz, politischer Anschlussfähigkeit oder medialer Aufmerksamkeit zu bewerten.
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Die Jury beurteilt die Eigenständigkeit der Recherche, die Präzision der Darstellung, die analytische Tiefe und den Umgang mit Komplexität, Unsicherheit und Widersprüchen. Sie unterscheidet zwischen journalistischer Arbeit und bloßer Positionierung.
Der Werner Holzer Preis bewertet keine Meinungen. Er bewertet journalistische Substanz.
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Mitglieder der Jury müssen ein Verständnis von Auslandsjournalismus vertreten, dass Wirklichkeit nicht auf Eindeutigkeit reduziert.
Vorausgesetzt wird die Fähigkeit, politische und kulturelle Kontexte in ihrer Eigenlogik ernst zu nehmen, Widersprüche auszuhalten und Distanz auch dort zu wahren, wo öffentliche Erwartungen nach Parteinahme verlangen.
Der Werner Holzer Preis versteht Auslandsjournalismus als Erkenntnis unter den Bedingungen von Distanz und Verständnis, Vereinfachung und Komplexität.
Die Jury besteht aus Personen, deren journalistische Arbeit für diesen Anspruch in herausragender Weise einsteht.
Foto: Sven Moschitz
Thomas Kaspar
Vorsitzender der Jury
Thomas Kaspar, 1968 geboren, lernte sein journalistisches Handwerk beim Bayerischen Rundfunk und der Passauer Neuen Presse. Der Sozialwissenschaftler kam über Stationen als Musikdramaturg an der Oper Passau und Online-Chef des Donaukurier 2000 zu Burda. Er war Textchef, Leiter der Sonderpublikationen und Chefredakteur Print, wechselte dann in die Digital-Abteilung und baute mit am Erfolg von Chip Online. Nach fünf Jahren als Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, wo er auch als Chefredakteur des Jahres ausgezeichnet wurde, folgte der Autor und datenorientierte Sozialwissenschaftler in 2024 dem Ruf der Ippen Mediengruppe, wo er die Digitalstrategie weiterentwickelt.
Foto: Marlene Gawrisch
Jennifer Wilton
Jennifer Wilton war als Journalistin zuletzt Chefredakteurin der Tageszeitung „Welt“. Zuvor leitete sie dort das Investigativ- und Titelthema-Ressort, baute neue Abteilungen an der Schnittstelle zwischen TV, digital und Print auf wie die für digitales Storytelling. Als Reporterin wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Sie studierte Hispanistik, Geschichte, Kulturwissenschaften und Medienwissenschaften in Berlin, Münster und Madrid. Parallel dazu arbeitete sie als freie Journalistin, unter anderem für „Tagesspiegel“, „Spiegel“, die ZEIT und „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sowie als Gastjournalistin für die spanische Tageszeitung „El País“. Im September 2026 wechselte sie als Partnerin in die Strategie- und Kommunikationsberatung FGS Global.
Foto: FUNKE Mediengruppe /Peter Rigaud
Dr. Melanie Amann
Dr. Melanie Amann wurde 1978 in Bonn geboren und wuchs in Siegburg auf.
Nach dem Jurastudium und der Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München begann sie ihre journalistische Laufbahn an der Deutschen Journalistenschule. Es folgten Stationen bei der Financial Times Deutschland und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 2013 wechselte sie in das Hauptstadtbüro des SPIEGEL, dass sie ab 2019 leitete; 2021 wurde sie Teil der Chefredaktion. 2026 wechselte sie als Chefredakteurin Digital zur FUNKE Mediengruppe. Ihr Buch „Angst für Deutschland – Die Wahrheit über die AfD“ von 2017 wurde ein SPIEGEL-Bestseller.
Katrin Eigendorf
Katrin Eigendorf studierte Geschichte und Journalistik in Dortmund und Paris. Nach Stationen bei ARD und als Korrespondentin in Moskau wechselte sie 1999 zum ZDF, wo sie seither aus zahlreichen Krisen- und Konfliktregionen berichtet. Seit Oktober 2023 ist sie Internationale Sonderkorrespondentin des ZDF mit Schwerpunkten unter anderem in der Ukraine, Afghanistan und dem Nahen Osten.
Für ihre Arbeit wurde Katrin Eigendorf mehrfach ausgezeichnet u.a. mit dem Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis, dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, dem Augsburger Friedenspreis sowie als Journalistin des Jahres vom Medium Magazin.
Foto: Niels Starnick
Paul Ronzheimer
Paul Ronzheimer ist stellvertretender Chefredakteur sowie Kriegs- und Krisenreporter der BILD und berichtet als Teil des Global Reporters Netzwerks von Axel Springer außerdem für Welt TV und Politico. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen internationale Krisen- und Konfliktgebiete, insbesondere die Ukraine und Israel. Seit 2023 spricht er im täglichen Podcast „RONZHEIMER.“, der 2025 mit dem Bambi ausgezeichnet wurde, über aktuelle Entwicklungen und diskutiert mit Gästen aus Politik und Journalismus. Aufgewachsen ist er in Aurich, Nordfriesland; er absolvierte sein Volontariat bei der Emder Zeitung und besuchte anschließend die Axel Springer Akademie.